Choralphabet

Albert
Albert Gerhard, unser Kantoratsleiter 2009 bis 2017

Dir sei posthum Lob und Dank bereit

Albert Gerhard war seit 2009 unser Kantoratsleiter, Mädchen für alles, Website-Administrator, Konzert- und Eventmanager, Ansprechpartner für alle und jeden bis - ja bis – zu jenem 7. April 2017, als er ganz plötzlich verstarb und alles mit einem Schlag ganz anders, für uns und vor allem für unseren jungen Dirigenten, der gerade erst seine erste Chorprobe bei uns absolviert hatte. Der erste Auftritt unter seiner Leitung war nicht beim Jahresfest der Karlshöhe, sondern an Alberts Beerdigung. Die Generalprobe für unser Jahreskonzert fand nicht in der Friedenskirche statt, die keiner reserviert hatte, sondern in der mit viel Angstschweiß organisierten katholischen Kirche in der Osterholzallee. Die Website blieb erst einmal unbestückt mit neuen Inhalten, weil keiner wusste wie. „Verwaist“ ist vielleicht der beste Ausdruck für diesen Zustand. Heute haben wir die Verantwortlichkeiten rund um die Kantorei und die Konzerte auf viele Schultern verteilt. All das hatte Albert gestemmt, eine Herkulesaufgabe, einfach so und für den einfachen Sänger nahezu nicht wahrnehmbar– immer mit einem Lächeln auf den Lippen und fröhlichen Worten per E-Mail. Agnes, seine Frau, im Alt singend, meinte, ja, er habe schon viel Zeit in die Kantorei investiert, aber es sei ihm auch immer eine große Freude gewesen. Albert, Dir sei posthum Lob und Dank dafür bereit!

Ulrike Schuckert,
Sopran seit 2003

Amenschleife
Rote Zahlen markieren die Pausen und verhindern, dass man sich in der Amenfuge verheddert.

Die endlose Amenschleife

Auswendig singen ist eh schon ein Ding, also gar nicht so einfach, für “große Oper” wie unser szenisches Musiktheater aber schlicht Voraussetzung. Wie aber verhindert man, dass bei der großen Amenfuge am Ende des Messias’ der Chor nicht kollektiv entgleist? Der Sopran jubelt guter Dinge im Bass mit, die Altistinnen haben sich aus Versehen den Tenören angeschlossen, die Bässe schweigen, weil sie nicht wissen, ob sie vielleicht doch gerade Sopran gesungen haben. Und die Tenöre wundern sich. Da kann der über Monitore vervielfachte Dirigent Siegfried Bauer noch so viel Winken und Wedeln, ohne Spickzettel geht da gar nichts. Also bekam die große Sängerschar eine Hausaufgabe: Bastelt euch bis zur nächsten szenischen Probe ein etwa oktavheftgroßes Gesangbuch mit schwarzem Einband. Da klebt ihr die Amennoten rein. Ihr spielt sowieso Kirchengemeinde, eine jede und ein jeder kann also sein Gesangbüchle zücken und so heimlich vom Blatt singen. Lernt die Noten aber trotzdem auswendig! Ich malte mir mit rotem Stift dick die Pausen in die schier endlose Amenschleife. Und es war wie immer: Ein gut gemachter Spickzettel ist doch die beste Methode, etwas in den Kopf zu kriegen.

Gertrud Schubert,
Sopran seit 1997

Anfang

Am Anfang war das Studium auf der Karlshöhe

Meine erste Zeit als Sängerin in der Kantorei war während meines Studiums auf der Karlshöhe von 1979 bis 1981. Mit dem Start von Nikolai wagte ich 2017 dann den Wiedereinstieg. Was war das spannend für mich, in die vertrauten Räume zurückzukommen. Wir proben noch immer im gleichen Hörsaal. Im Andachtsraum und im Nachbarhörsaal finden die Stimmproben statt. Und dann die Konzerte in der Karlshöher Kirche. In den vielen Jahren “dazwischen” war ich, wie es Beruf oder Familie bedingt hatten, im Jugendchor und im Eltern-Lehrer-Schüler-Chor in den Schulen meiner Kinder aktiv. In meiner “Vakanzzeit” habe ich durch Konzertbesuche die Weiterentwicklung der Kantorei miterlebt. Auch wurde mir mehrmals eine besondere Zusammenarbeit bei den Konzertgottesdiensten an Heiligabend ermöglicht. Der damalige Direktor Pfarrer Dr. Wilfried Brandt hatte mich gebeten, das Weihnachtsevangelium zu lesen. Eine Frauenstimme sollte mit dabei sein!

Marta  Maurer-Gaus,
Sopran 1979 – 1981 und seit 2017

Anker

Rettender Anker

Der Umzug nach Ludwigsburg vor 40 Jahren war ein tiefer Einschnitt in meinem Leben, da ich meine musikalische Selbstständigkeit aufgeben musste. Durch meine Tochter wurde ich auf die Kantorei aufmerkam. Singen war für mich der rettende Anker. Sehr gerne erinnere ich mich an die gute Chorgemeinschaft, die Chorfreizeiten an verschiedenen Orten, das Erarbeiten und Proben großer Oratorienwerke von Bach, Mendelssohn, Händel, Dvorak, Fauré oder die szenischen Aufführungen und Konzerte im Forum und in der Kirche . Ich bin sehr dankbar für die fast 40 Jahre in der Kantorei.

Sibylle Schmitt,
Alt, mit Unterbrechungen 1981 – 2020

Aufregung

Große Aufregung

Die Matthäuspassion war mein erstes großes Werk mit der Karlshöher Kantorei. Ich werde nie die Aufregung und das Kribbeln vergessen, das diese Aufführung mit sich brachte.

Mirijam Bäßler,
Sopran seit 2014

Kurz & Knapp

Dreckbollen an den Schuhen

Chorprobe mit Siegfried Bauer im November 1982, Karlshöhe, Kolleggebäude H3: Als junge Studentin singe ich zum ersten Mal beim Weihnachtsoratorium mit. Im Dritten Teil Nr. 26 kommt der Einsatz der Tenöre und Bässe: „Lasset uns nun gehen gen Bethlehem…“. Siegfried Bauer unterbricht sofort: „Ihr Männer, ihr kommt daher, als ob ihr Dreckbollen an den Schuhen hättet.“ Das sitzt. Bei jeder Aufführung des Weihnachtsoratoriums freue ich mich auf den leichtfüßigen Einsatz der Männer.

Beate Vogelgsang (geb. Kempter), Sopran, 1980 – 1983 und seit 2008

Erkennungsmerkmal

Immer mitnehmen! An ihm ist der Sänger, die Sängerin zu erkennen: Der Schal wird mindestens dreimal um den Hals gebunden, egal ob im Herbst, Winter oder Frühling. Er ist ja auch wirklich unentbehrlich in den oft wenig beheizten Kirchen.

Catherine Moll, Sopran 1992 – 2012, seitdem Alt

Singen weckt sämtliche Lebensgeister

Kantorei der Karlshöhe war für mich das Zauberwort über 25 Jahre hinweg. Ich konnte noch so müde sein – kaum war ich in der Chorprobe, kamen sämtliche Lebensgeister zurück und ich habe mit viel Freude und Herzblut gesungen. In all den Jahren habe ich drei Dirigenten erlebt, ein jeder genial in seiner Art, es gab unvergessliche Aufführungen und ich bin vielen wunderbaren Menschen begegnet.

Dankbar und beschenkt blicke ich auf diese Zeit zurück und wünsche der Kantorei der Karlshöhe mit ihrem Dirigenten Nikolai Ott, dass sie nach der Coronapause wieder mit Schwung beginnen kann. Ich freue mich schon auf die nächste Aufführung, die ich dann als Zuhörerin erleben und genießen darf.

Gerti Benner, Sopran 1995 - 2020

Wir Rampensäue

Das Lob dienstagabends nach den großen Konzerten ist obligatorisch, fällt in der Ära Tobias Horn in der Regel aber wenig überschwänglich aus. Bis auf ein Mal. Da lässt er die Sau raus. „Dein Chor“, so zitiert der Meister, kurz bevor er gleich wieder in die Tasten des Flügels haut, unseren heißgeliebten Tenor Andreas Weller, „dein Chor sind alles Rampensäue.“ Der Chef lacht glücklich. Und schaut in unzählbar viele entsetzte Gesichter. Rampensäue? Wir? Haben wir so entsetzlich gesungen? Das muss er erklären. Und wirklich, Horn übersetzt: Wenn es darauf ankommt, dann steht die Kantorei da wie eine Eins. Jeder einzelne von uns. Mehr Präsenz geht nicht. Mehr Lob auch nicht.

Gertrud Schubert, Sopran 1997

Große Aufregung

Die Matthäuspassion war mein erstes großes Werk mit der Karlshöher Kantorei. Ich werde nie die Aufregung und das Kribbeln vergessen, das diese Aufführung mit sich brachte.

Mirijam Bäßler, Sopran seit 2014

Hefezopf, mit und ohne Zibeben

In unserer bunten Chorgruppe gibt es einen gelernten Bäcker, der zu jeder Generalprobe für die Solisten und Instrumentalisten zwei mächtige Hefezöpfe kredenzt. Und weil Hermann Emmerling weiß, dass sich an den Rosinen die Geister scheiden, ist immer ein Zopf mit, der andere ohne Zibeben. So schmeckt er allen.

Christa Fröhlich, Sopran seit 2009

Singen macht glücklich und frei

Gemeinsame Proben, Konzerte eröffnen für mich immer wieder eine Dimension der Tiefe, Gelassenheit, Verbundenheit und Zuversicht. Singen mit der Kantorei macht glücklich und frei.

Elfie Peter-Lehmann, Sopran seit 2007

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